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Filialkirche St. Georg Roßstadt

Die Kirchengemeinde Roßstadt gehört noch heute zur Pfarrei Trunstadt, die bereits im Jahre 1000 von der älteren Pfarrei Hallstadt abgetrennt wurde und trotz der Neugründung des Bistums Bamberg (1007 durch Kaiser Heinrich den Heiligen) beim Bistum Würzburg verblieb. Die Pfarrei wird 1238 zum ersten Mal genannt. Erst im Jahre 1807, nach dem Ende der Hochstifte und der damit verbundenen Kirchenherrschaft unter dann bayrischer Oberhoheit kam die Pfarrei Trunstadt und damit auch die Kirche Roßstadt an das Bistum Bamberg.

Die Pfarrkirche der Pfarrei steht in Trunstadt und die Roßstadter mussten, um ihre katholische Christenpflicht erfüllen zu können, jeden Sonntag und zu allen Gebetsanlässen, Andachten und Beichten den doch recht weiten und manchmal sehr unbequemen Weg dorthin in die Kirche gehen. So ist es sicher ganz natürlich, dass sich die Roßstadter eine eigne Kirche bauen wollten. Doch sie sollten sehr bald merken: dass Glaubenseifer und Baulust alleine zu einem Kirchenbau nicht ausreichen. Den Baugrund bekam die Kirchenstiftung im Sommer 1744 von der Gemeinde nach gnädiger Genehmigung durch den Grundherrn, dem Stift St. Stephan zu Bamberg. Das Kloster stellte dann auch ein Kapital von 150 Gulden als Darlehen für den Kirchenbau zur Verfügung, aber dafür mussten die Roßstadter im Gegenzug ihr ganzes Eigentum verpfänden. Auch das Würzburger Bistum, dem Roßstadt damals zugehörte, musste den Neubau noch genehmigen. Aber unter der Herrschaft von Fürstbischof Friedrich Carl von Schönborn, selbst ein eifriger Bauherr, war die Bauerlaubnis nach entsprechender Planvorlage nicht allzu schwer zu bekommen. Das Original der Genehmigungsurkunde ist noch erhalten und befindet sich im Pfarrachiv Trunstadt.

Es lautet:

"Auf des Schultheisen Gerichts und ganzer Gemeind zu Roßstadt unterthänigstes Ansuchen wird derenselben hierdurch von hohen Ordinariats wegen die gnädigste Erlaubnis erteilt, in dasigem Filial-Orth aus ihren eigenen Mitteln eine Capellen erbauen zu dürfen, mit dem Anhang jedoch, dass sie den Abriß (Bauplan) darüber zur gnädigen Approbation annoch einschicken, und übrigens sothaner Capellen-Bau weder der Mutterkirche noch einem zeitlichen Pfarrern zu Trunstatt an ihren bisherigen Gerchtsamen und Befugnissen nicht zum all er mindesten Nachtheil und Kränckung gereichen, und sie filial ist zu all demjenigen, worzu sie vor Erbauung dieser neuen Capellen verbunden gewesen, auch fernerhin schuldig sein und bleiben wolle." Dieses Schreiben ist datiert vom 4. Dezember 1744.

Baugeschichte der Roßstadter Kirche

Das Wohlwollen des Stifts St. Stephan der Gemeinde Roßstadt gegenüber ergibt sich wahrscheinlich aus der großen Jagdleidenschaft des Stiftsprobstes Josef Anton von Werdenstein, der hier oft und gerne weilte. Den Bauplan zu der Kirche fertigte nach neuesten Forschungen mit sehr großer Wahrscheinlichkeit der Baumeister Johann Jakob Michael Küchel. Küchel diente seit dem Jahre 1735 als Ingenieur für "militär und civil bauwesen" des Bamberger Hochstifts und wurde am ersten Januar 1745 für die erworbenen Leistungen seiner Baukunst zum Artillerie- und Ingenieurhauptmann ernannt. Gleichzeitig verlieh man ihm den Titel eines Hofingenieurs.

Nachdem der Bauplan, durch das Würzburger Ordinariat endgültig genehmigt wurde, konnte der Bau begonnen werden. Da das Genehmigungsverfahren noch über ein Jahr gedauert hatte, erfolgte 1746 endlich die Grundsteinlegung der Roßstadter Kirche. Es entstand dann ein Barockbau, dessen "Fassade mit kräftigen Voluten, entsprechendem Portal und darüber aufsteigendem Dachreiterchen vollendet geschlossen wirkt. Das Innere mit leicht eingezogenem Chor ist gewölbt (gedrückte Tonne mit Stichkappen). Die Ausstattung einheitlich in reizendem Frührokoko".

Bereits nach der Dacheindeckung und noch vor der Fertigstellung der Innenausstattung wurde hier täglich am Abend die Betstunde gehalten, wobei der Gemeindeschmied Vorbeter war. (nach Roßstadter Bürgermeister-Rechnung 1747: "dem gemein Schmidt 1 Gulden, 52 Kreuzer. Vor die bettstundt dies jar hindurch zu halfen"). Die Erstausstattung wurde der Bauzeit gemäß im Spätbarock angelegt. Der Hochaltar, ein Architekturaufbau mit seitlichen Durchlässen, trägt in der Mitte eine neuzeitliche Marienstatue, flankiert von zwei aufrecht sitzenden Engeln, darüber eine Wolkenglorie mit dem Schriftzug IHS als Symbol der unbefleckten Empfängnis Mariens, zu deren Ehre und der des Hl. Georg das Kirchlein erbaut wurde. Die Kanzel mit maßvoller Schnitzerei trug auf dem Schalldeckel das Symbol der Dreifaltigkeit. Der Altar und die Kanzel wurden 1747 vom Schreinermeister Philipp Götz aus Eltmann für den Preis von 52 Gulden gefertigt.

Im Herbst 1747 war es dann endlich soweit, dass die neue Dorfkirche in Roßstadt eingeweiht werden konnte. Der genaue Weihetermin konnte derzeit noch nicht ermittelt werden. Die Sakristei wurde dann 100 Jahre später angebaut, wobei deren Dachfirst mitten in das Fenster über dem Altar zu liegen kam.

Cronik von Willi Lediger 

Filialkirche St. Georgius Roßstadt
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